Mondorfer Geschichte(n)

Die Kallboys wollen an dieser Stelle Geschichte und Geschichten aus und rund um Mondorf erzählen. Da die Recherchen sich teilweise auf Augenzeugenberichte stützen ist dies nur durch viel herum fragen möglich und entsrechend Zeitaufwendig. Daher erscheinen die Mondorfer Gechichte(n) in unregelmäßigen Abständen. Viel Spaß beim Schmökern.
Es werden jeweils 5 Geschichten pro Seite angezeigt.

Weihnachtliches Mondorf 2011

 

Stephan Vehreschild und Jürgen Könnecke

Pünktlich zum ersten Adventswochenende am 26. und 27. November wurde es auch etwas kälter im Rheinland, sodass man sich vorzüglich auf dem Weihnachtsmarkt in Mondorf auf das Weihnachtsfest einstimmen konnte. Am Samstag um 14:00 Uhr eröffneten der Mondorfer Bürgermeister Herr Stephan Vehreschild und Herr Jürgen Könnecke vom Ortsring Mondorf e.V. gemeinsam den Weihnachtsmarkt mit einer Ansprache. Unterstützt wurden Sie dabei von vielen Helfern, dem Nikolaus und den Kindern des katholischen Kindergartens St. Laurentius. Sie bedankten sich für die tatkräftige Unterstützung der Helfer und Sponsoren und lobten den Einsatz und den liebevoll errichteten Markt auf dem Adenauerplatz.

 

Der Nikolaus verteilt Weckmänner

 

Anschließend sangen die Kindergartenkinder einige Weihnachtslieder um die Besucher auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Diese schönen Ständchen auf den „Tannenbaum“ und die „Weihnachtsbäckerei“ berührten auch den Nikolaus, der daraufhin an alle anwesenden Kinder Weckmänner verteilte. Zeitgleich wurde der Dorfweihnachtsbaum mit von den Kindern selbst gebastelten Paketen, Glocken und Lebkuchen geschmückt.

 

Der Weihnachtsmarkt aus der Luft

 

Nun war für die Besucher genügend Zeit um durch die Gassen des Marktes zu schlendern, Dekoration und Geschenke für den Gabentisch zu kaufen, einen Glühwein zu trinken, eine heiße Waffel zu essen und Freunde und Bekannte zu treffen. Im Verlauf des Markttreibens gab dann noch der Mondorfer Männergesangsverein ein Konzert mit einem großen Repertoire an Weihnachtsliedern.

 

Oh, Tannenbaum

Am Sonntag startete um 11:30 Uhr dann zum 17. mal der Mondorfer Weihnachtslauf mit einem Teilnehmerrekord. Ausgerichtet wurde der Lauf vom Turn- und Sportverein (TuS) Mondorf. In den Klassen "10 km REWE Volkslauf", "5 km Jedermannlauf", "Schülerlauf", "8,5 km Nordic Walking", "8,5 km Walking" und "200m Bambinilauf" starteten über 1300 Teilnehmer von Groß bis Klein. Start und Ziel lagen am Adenauerplatz, direkt am Weihnachtsmarkt, während die Strecken, je nach Klasse, kreuz und Quer durch Mondorf verliefen. Sogar die Fähre transportierte an diesem Tag keine PKWs, um die Läufer an der Rheinpromenade nicht zu gefährden. Gegen 14:30 Uhr hatten alle Sportler das Ziel unter dem Jubel der Zuschauer am Weihnachtsmarkt erreicht.

Der Markt klingt aus

Der Sonntag klang dann auf dem Weihnachtsmarkt in Vorfreude auf das Fest stimmungsvoll aus. Vergessen Sie also nicht den Termin des ersten Adventswochenendes für das neue Jahr schon einmal vorzumerken.

 

 

 

Ein herzlicher Dank geht an Sebastian Wessel, der uns freundlicherweise die von Ihm aufgenommenen Bilder zur Verfügung stellte.

Die Mondorf³-Tour:

Von Mondorf über Mondorf nach Mondorf – und zurück

Wer im Internet nach Mondorf sucht, der stößt möglicherweise auf ein anderes Mondorf, als das Mondorf am Rhein, aus dem die Kallboys kommen. Zum Einen wäre da Mondorf-les-Bains in Luxemburg, zum Anderen ein kleiner Ortsteil von Merzig an der Saar, der sich Mondorf nennt. Irgendwann beim Kegeln reifte die Idee, sich diese beiden anderen Mondorfs einmal anzuschauen.

An einem Samstagmorgen im August 2011 ging es los. Ein Team bestehend aus den Kallboys Kall-Heinz, Kall-Holle und Kall-Tobb startete gegen 11 Uhr und verließ Mondorf per Fähre Richtung Westen.

 

Auf die Fähre

 

Wegen des Dauerstaus aufgrund der Baustelle auf der A565 wurde Bonn großzügig westlich umfahren. Dann ging es weiter auf der A565, übers Kreuz Meckenheim auf die B257 und dann gemütlich durch das Ahrtal. Hinter dem Nürburgring wurde erst mal Rast gemacht.

Freunden schneller Autos kann man eine Rast an der B257 nur empfehlen. Wir saßen in einem Restaurant in Müllendorf, direkt an der Straße, und während wir aßen sahen wir einige interessante Autos, von diversen Porsches, über einen Vorkriegs-Bentley, eine AC Cobra und sogar ein Rolls-Royce Corniche Cabriolet.

Nach einer Stärkung ging es weiter durch die Eifel. Dabei benutzten wir hauptsächlich Nebenstrecken. Am Nachmittag erreichten wir Trier und fuhren dann die Saar hinauf bis Merzig und schließlich in den Ortsteil Mondorf.

Mondorf im Saarland hat ca. 300 Einwohner und empfing uns bei strömendem Regen, so dass der Ort ein wenig ausgestorben wirkte. Unser tapferer Kameramann verließ dennoch das Auto, um ein wenig zu filmen. Mondorf (Merzig) hat eine schöne Kirche, die der von Mondorf (Niederkassel) ein wenig ähnlich sieht. Außerdem gibt es einen Sportplatz und ein paar Gaststätten, die allerdings ungünstigerweise alle geschlossen hatten. Ansonsten liegt dieses Mondorf eingebettet in eine Landschaft aus grünen Hügeln.

Mondorf Merzig

 

Nachdem wir unser erstes Mondorf verlassen hatten, fuhren wir wieder die Saar entlang, zurück nach Trier und dann weiter nach Schweich an der Mosel, wo wir uns in einem kleinen Hotel mit feiner Gastronomie einquartiert haben.

Am darauf folgenden Sonntagmorgen fuhren wir nach einem guten Frühstück erstmal über die Mosel ins auf der anderen Seite gelegene Longuich um dort Wein zu kaufen. Anschließend ging es dann über die Autobahn zur luxemburgischen Grenze und rein nach Wasserbillig. Entlang der Hauptstraße, an die sich eine Tankstelle nach der anderen reiht, ging es über die luxemburgische N10 nach Mondorf-les-Bains.

 

Heckflosse in Weinbergen


Das nächste Mondorf hat gleich drei Namen: der französische Name Mondorf-les-Bains heißt übersetzt ins Deutsche Bad Mondorf und im Luxemburgischen Munneref. Außerdem ist der Ort genaugenommen zweigeteilt, denn die Grenze zu Frankreich teilt den Ort in einen (größeren) luxemburgischen Teil und einen (kleineren) französischen Teil. Zur Unterscheidung hat der französische Teil ein "f" mehr im Namen und schreibt sich "Mondorff". Bei unserem Besuch blieben wir aber hauptsächlich in Bad Mondorf auf der luxemburgischen Seite.

 

Mondorf-les-Bains  Thermal Park


Den Zusatz "Bad" hat sich das luxemburgische Mondorf verdient. Weitläufige Parkanlagen mit Kurhaus und Schwimmbad laden zum Verweilen ein. Die Architektur des Ortes hat schon einen deutlichen französischen Touch. Auch Bad Mondorf hat eine Kirche, die wir natürlich besuchten.

 

St. Michael in Mondorf-les-Bains

 

Auch wenn die Kirche von außen schlicht wirkt, so ist sie doch im Innern sehr prunkvoll eingerichtet, mit einer aufwendig gestalteten Orgel, Fresken in der Decke über dem Altar und wunderschön farbigen und detailgenauen Fenstern. Wer in Bad Mondorf verweilt, dem sei der Besuch der Kirche empfohlen.

Ansonsten sei noch zu erwähnen, dass just an diesem Sonntag die Feuerwehr von Bad Mondorf ein Fest veranstaltete. Es gab Gegrilltes, man konnte sich das Spritzenhaus ansehen und die Fahrzeuge waren ausgestellt. Wir sahen ein TLF 3000 auf Basis Mercedes 1017, einen Renault Leiterwagen, einen Ford Transit Mannschaftswagen und ein TLF 2000. Einer der Feuerwehrmänner war sogar so nett uns ein Fahrzeug aufzuschließen und die Ausstattung zu zeigen.

Am Nachmittag verließen wir Bad Mondorf und nach einer kurzen Stippvisite am Europa-Museum in Schengen fuhren wir zurück in "unser" Mondorf am Rhein.

 

Mondorf am Rhein


Zum Schluß bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wie spricht man denn den Namen der anderen Mondorfs aus? Das von uns gar nicht so weit entfernte Monheim am Rhein spricht sich ja mit Langem "O", also quasi "Mohnheim". Mondorf am Rhein wird aber immer wie "Monndorf" ausgesprochen. Wir wollten auf der Reise auch herausfinden, wie die anderen Mondorfs ausgesprochen werden, und ob eventuell ein "Mohndorf" dabei ist. Machen wir's kurz: auch die Einwohner von Mondorf-les-Bains und von Merzig-Mondorf sprechen ihren Ort mit kurzem "O" aus – eben wie "Monndorf".

Den Film zu dieser Reise kann man sich übrigens in unserer Videothek anschauen. Viel Spaß dabei.

Wie ein Mondorfer Bastelbogen entsteht

 

Die Kallboys bringen Mondorf auf Pappe. Auf der Hompage www.kallboys.de können sich alle Mondorf-Fans Bastelbögen von Bauwerken, Fahrzeugen und Unikaten aus Mondorf und Umgebung kostenlos herunterladen.

Aber wie entsteht ein Bastelbogen?
Zunächst wird ein Vorbild ausgewählt und soviel wie möglich über das Objekt in Erfahrung gebracht. Dann wird geklärt, ob das Modell überhaupt angefertigt werden darf. Es werden Erlaubnisse vom Besitzer oder einer Firma, die Markenrechte am Objekt besitzt, eingeholt. Idealerweise können Pläne organisiert werden. Wenn dies nicht geht, erfolgt ein vor Ort Termin bei das Objekt vermessen wird und der Plan selbst angefertigt wird. Weiterhin werden Fotos von allen Seiten, sowie Detailfotos gemacht.

Mit diesem Material geht es dann an den Computer. Mit der Software Google Sketchup wird ein Dreidimensionales Abbild aus den Plänen gezeichnet. Hier werden bereits erste Farbflächen gefüllt.

 

Sketchup

 

Das fertige Modell wird dann in das Programm Pepakura importiert und in ein Zweidimensionalse Abbild zerlegt. Nach dem Sortieren und zurechtlegen der Einzelteile des Bastelbogens liegen die einzelnen Seiten als Bilddateien vor.

 

Pepakura

 

Diese erhalten dann den letzten Schliff durch Details und Schattierungen mithilfe eines Grafikprogramms. Nach dem Ausdrucken erfolgt ein Kontrollzusammenbau. Dieser dient dazu zu testen ob das Modell „baubar“ ist und sich keine Konstruktiven Fehler eingeschlichen haben. Das fertige Prototypmodel dient außerdem als Beispiel für die Bilder in der Anleitung. Diese wird ganz am Ende verfasst und zusammen mit den Einzelseiten des Bogens in eine PDF Datei zusammengefasst.

Das Geheimnis des Hungersteins

 

"Kein Wunder, dass der Rhabarber so schlecht ist, dat dat un dat nit jeklapp hätt oder wenig Fische gefangen wurden. Der Hungerstein ist ja auch zu sehen". Schon immer wurde der Hungerstein herangezogen, wenn die Zeiten in Mondorf schwer waren.
Hungersteine finden sich vielerorts an Flüssen. Es sind große Findlinge im Flussbett oder in Ufernähe, die bei normalem Wasserstand unter der Wasseroberfläche liegen. Nur bei Niedrigwasser sind sie sichtbar. Meist gehen damit Perioden der Trockenheit einher, sodass die Ernten und Fischfangerträge entsprechend schlecht ausfielen. Aber auch in Zeiten, als besonders harte Winter häufiger waren, stand der Rhein durch Eisgang und wenig nachfließendes Wasser niedrig und entließ den Hungerstein aus den Fluten. Hungersnöte, Einstellung der Schifffahrt, Kältewellen und Trockenheit brauchten einen Sündenbock - den Hungerstein.

 

Mondorfer Hungerstein

Diese Aufnahme entstand etwa 1973/74

 

Die Geschichten, die im Zusammenhang mit dem Hungerstein in Mondorf erzählt werden, variieren. Manchmal sind es die Fischer, die bei einer Hungersteinsichtung wussten, dass sie einen schlechten Fang machen würden. In einer anderen Version wird von schlechten Heuernten auf der Schanz (der Landzunge zwischen Sieg und Rhein) berichtet. Aber auch die schweren Nachkriegsjahre (1946/47) schiebt man dem Hungerstein zu, denn in diesen Jahren herrschte auch Niedrigwasser.

 

Datierungen des Hungersteins

Der Stein wird bemeißelt

 

Diese Hassliebe führte dazu, dass Mondorfer Bürger die Jahreszahlen auf dem Stein notierten, wenn er sichtbar war. Manchmal wurde der etwa einen Meter im Durchmesser große Findling bemalt, manchmal wurden die Jahreszahlen eingeritzt oder gar gemeißelt.

Der Hungerstein lag im Oberstrom der heutigen Lux-Werft in Höhe der Querstraße zum Rhein ("Hummerich") etwa bei Rheinkilometer 660,6 und 660,7 unweit des Lokals Rheingold (ehemals "Zum Anker").

 

Ungefährer Ort

Das "x" markiert die Stelle.

 

Doch wo ist der Mondorfer Hungerstein heute?
War diese Untiefe eine Gefahr für die Schifffahrt und wurde deswegen entfernt? Das Wasserschiffahrtsamt jedoch, so versicherte man uns, hat ihn nicht weggeräumt. Auch Umfangreiches nachforschen bei Mondorfern  die den Stein noch mit eigenen Augen gesehen haben, brachte den verbleib des Steines nicht ans Licht. Spekulationen wo er den sein könnte, hatte natürlich jeder zur Hand, jedoch blieben diese ebenso geheimnisvoll und mysteriös.
Damit wird das Ende der Geschichte zum Mondorfer Hungerstein wahrscheinlich für immer ein Rätsel bleiben...

Ein herzlicher Dank für Informationen zu diesem Thema gilt Ernst Grosch, Herrn Roland Klinger und vielen ungenannten Mondorfern. Herr Klinger stellte uns freundlicher weise die beiden alten Fotos aus seiner umfangreichen Mondorf-Bildersammlung zur Verfügung.

Der Untergang der Florentine

 

Im Mondorfer Hafen liegt das Bootshaus Florentine. Sie dient dem Yacht Club Pirat Niederkassel (YCPN) schon viele Jahre als Bootshaus. Das Bootshaus kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, denn ursprünglich lag sie im Honnefer Hafen bei der Insel Grafenwerth. Sie war dort als "WSP Posten" eingesetzt. Auch zu diesem Zeitpunkt trug das Boot schon den Namen Florentine. Die Florentine diente als nur in den Sommermonaten betriebenes Büro der Wasserschutzpolizei Bonn. Zum Posten gehörte ein kleines offenes Motorboot, mit dem der Beamte vor Ort die südlichen Häfen des Amtsbereiches der WSP Bonn beaufsichtigen konnte. Die Florentine war auch bei den Polizeibeamten des Landes NRW beliebt, denn auf Behördenantrag konnte dort Urlaub gemacht werden. Als Ausstattung waren das Büro, zwei Zimmer sowie eine Wasch,- und Duschgelegenheit vorhanden. Gegen Ende 1986 Anfang 1987 wurde die Florentine an den YCPN verkauft, der es für seine Belange umbaute.

 

Der Untergang der Florentine

 

So tat die Florentine Ihren Dienst bis am 26. September 1987 die Frischwasserleitung undicht wurde und Wasser in den Bootsrumpf lief. Da nicht ständig jemand anwesend ist, ist der Schaden erst bemerkt worden als das Bootshaus auf Grund lag. Die Mondorfer Feuerwehr legte Ölsperren aus  um ausgelaufenes Öl einzugrenzen, zu binden und anschließend zu entsorgen. Nach fast zwei Wochen konnte das Booshaus mit mehreren Pumpen ausgepumpt und gehoben werden.

 

Boosthaus Florentine Heute

 

Das zweite Bild zeigt das Boothaus im April 2011. Noch heute hat man Bedenken, das so was noch mal passieren könnte. Wenn Gäste am Steg festmachen werden sie auf folgendes hingewiesen:"Wenn Sie die "Örtlichkeiten" im Bootshaus aufsuchen, sollten Sie die Wasserversorgung mit dem Schalter außen aktivieren!"

Ein herzlicher Dank für Informationen zu diesem Thema gilt Herrn Rolf Gilles und Herrn Martin Blanck. Foto 1987: Eyke Moskopp
   
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