Der Kallbus

Es gibt Dinge, die lassen einen einfach nicht los - Ein Bus für die Kallboys! Ein Kallbus! Ein Kallbus, der uns bequem und lässig auf unseren Clubtouren bewegt. Das wäre was! Man braucht ja nur einen ausrangierten Linienbus zu kaufen und zu einem Kegelmobil umzubauen. Doch so leicht, wie wir uns das vorgestellt haben, war das nicht!

25.4.2020: Verbindliche Lösung gebraucht

Der geplante Einsatz in der Mainacht steht bevor und so wird heute die defekte Kupplung in Angriff genommen. Der ausgebaute Nehmerzylinder kommt wieder rein, dazu der neue Kupplungsschlauch. Zu dritt (deutlich mehr als 2m voneinander entfernt) machen wir uns ans Befüllen und Entlüften. Einer sitzt im Führerhaus und pumpt mit dem Kupplungspedal, einer liegt im Motorraum und befüllt das Reservoir und der Dritte liegt unter dem Auto an der Kupplung und entlüftet. Alles klappt, sogar recht zügig und die Kupplung trennt und kuppelt wieder wie am ersten Tag. Das muss vor Freude mit einer kleinen Runde durchs Dorf gefeiert werden.

30.4.2020 Traditiona in Zeiten von Corona

Nach den tollen Erlebnissen in der Mainacht 2019 war klar, dass auch dieses Jahr wieder ein Baum gesetzt werden musste. Eine Empfängerin und ein Baumsetzer waren auch schnell gefunden. Was sich allerdings als äußerst schwierig herausstellen sollte, war die Beschaffung eines geeigneten Baumes. Städte wie Bonn oder Bornheim verkündeten auf ihren Webseiten, dass es dieses Jahr keine offiziellen Baumverkaufsstellen geben würde. In Köln fanden wir auch nichts Passendes und ein Besuch an der Verkaufsstelle vom letzten Jahr zeigte nur, dass dort dieses Jahr nichts los war.

In unserer Verzweiflung beschritten wir einen neuen Weg und bestellten einen getopften Baum im Internet, Lieferung frei Haus. Allerdings: was da am 30.4. nachmittags angeliefert wurde, war wohl eher ein schlechter Witz. Ein Birkenast in Größe einer Zimmerpflanze für über 30 Euro! Sowas konnten wir der Dame nicht antun.

Facebook brachte die Lösung. Dort entdeckten wir eine Anzeige des Forsthauses in Siegburg. Dort wurden tatsächlich "echte" Maibäume verkauft. Nur war es jetzt schon 15 Uhr nachmittags und es war fraglich, ob es noch welche gab. Kurzentschlossen machten sich zwei Kallboys auf, machten den Kallbus startklar und dann ging's ab auf die Autobahn nach Siegburg. Bäume gab es noch genug zur Auswahl und wir wählten den Schönsten aus.

Abends, nach Einbruch der Dunkelheit, ging es dann los. Mit max. 2 Personen, Maske und 2m Abstand (bei der Fahrzeuggröße problemlos realisierbar) ging es nach Rheidt. Die Straßen waren gespenstisch leer. Eine bleierne Stille lag über dem Ort. Wir hatten natürlich Musik dabei (wie üblich), aber es wirkte merkwürdig Musik zu spielen, in diesem ruhigen Umfeld. Nichtsdestotrotz: es war wieder ein Riesenspaß und vor allem auch ein Erfolg. Denn natürlich kam der Baum gut an und wieder konnten wir jemanden glücklich machen.

Nächstes Jahr sind wir dann wieder mit voller Stärke unterwegs!.

8.5.2020 Alle Jahre wieder

Schon wieder Mai heißt auch: schon wieder TÜV, denn für LKWs gibt's die Plakette immer nur für ein Jahr. Da wir in den letzten 12 Monaten gerade mal 180 km zurückgelegt haben, kann nicht viel verschlissen sein. Rost ist eh kein Thema, dank der gründlichen Restauration des Führerhauses durch den Vorbesitzer und der Rahmen ist zu dick zu Durchrosten - vor allem, wenn das Auto die meiste Zeit in der trockenen Halle steht. Aber die geringe Laufleistung birgt eben auch immer die Gefahr von Standschäden. Gerade an den Bremsen geht schnell mal was fest oder Bremstrommeln setzen Rost an, was zu ungleich ziehenden Bremsen führen kann. Insofern ist so eine TÜV-Prüfung eben doch immer wieder spannend.

Beim TÜV angekommen zeigt sich aber auf dem Bremsenprüfstand das Ergebnis unserer ausgiebigen Arbeit an den Bremsen im vorletzten Jahr. Beide Zeiger des Prüfstands gehen gleichmäßig hoch, die hintere Bremse bremst sogar so gut, dass die Zeiger bis zum Anschlag gehen. Auch der Rest der Prüfung verläuft ohne Probleme und es gibt die begehrte Plakette für ein weiteres Jahr.

Wie fährt sich ein 60 Jahre alter LKW?

Für alle Leser, die sich bisher fragten, wie es wohl ist einmal in so einem LKW mitzufahren, haben wir ein kleines Video gedreht. Es ermöglicht die Perspektive des Beifahrers einzunehmen und soll einem ein Gefühl geben für die Geräusche und Eindrücke während einer Fahrt durch das Mondorfer Gewerbegebiet.

September 2020: Nehmt Abschied, Brüder...

Inzwischen sind zweieinhalb Jahre um, es ist viel passiert. Der Kallbus läuft soweit, es gibt nichts mehr daran zu machen, leider gibt es auch nichts mehr damit zu machen. Corona hat uns fest im Griff, Karneval wird wohl abgesagt. Auch für alle anderen Veranstaltungen, für die man so ein Club-Gefährt brauchen kann, sieht es mau aus. So fiel die Entscheidung sich im Moment erstmal anderen Aktivitäten zuzuwenden und das Auto zu verkaufen.

Vielleicht wird es irgendwann einmal einen neuen Kallbus geben, doch im Moment haben wir uns entschieden dem Auto eine andere Zukunft zu bieten. Ein Mitglied des Ford Oldtimerclubs wird sich des FK 3500 annehmen und diesen gründlich restaurieren.

Wir wünschen unserem ehemaligen Kallbus und seinem neuen Besitzer allzeit gute Fahrt! Außerdem bedanken uns bei unserem Stellplatz-Vermieter für die perfekte Unterbringung und die gute Zusammenarbeit!

   
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