Mondorfer Geschichte(n)

 

Die Kallboys wollen an dieser Stelle Geschichte und Geschichten aus und rund um Mondorf erzählen. Da die Recherchen sich teilweise auf Augenzeugenberichte stützen ist dies nur durch viel herum fragen möglich und entsrechend Zeitaufwendig. Daher erscheinen die Mondofer Gechichte(n) in unregelmäßigen Abständen. Viel Spaß beim Schmökern.




Pumpennachbarschaft „Op de Kier“

Pumpen

An der Ecke Unterdorfstraße/Kellergasse, auch genannt „Op de Kier“, ist seit 1982 ein Brunnen mit Doppelpumpe in Betrieb, der von der Nachbarschaft als zentraler Treffpunkt genutzt wird.


Die beiden Wasserpumpen sind übriggebliebene Stücke der früheren Wasserversorgung von Mondorf. Im Jahr 1908 war vor dem preußischen Notar Rudolph Vieten in Siegburg zwischen dem Grundstückseigentümer Lorenz Görgens und dem Vorstand der Pumpengemeinschaft „Op de Kier“ eine Vereinbarung getroffen worden, nach der die Nachbarschaft „auf ewige Zeiten“ ein unentgeltliches Wasserrecht erhielten.

Nach dem Einrichten einer zentralen Wasserversorgung durch das Wasserwerk Niederkassel wurden die Pumpen überflüssig und außer Betrieb gesetzt. Doch die Pumpen blieben Treffpunkt für die Nachbarschaft und man feierte so manches gemeinsame Fest „op de Kier“.

 

Pumpenfest 1974    Pumpen geschmückt
     
Anfang der 1980er Jahre waren die Pumpen in keinem guten Zustand und die Pumpengemeinschaft wandte sich an die Stadt Niederkassel. Dank des Einsatzes von Stadtdirektor Karl Josef Arnold wurden die Pumpen in gemeinschaftlicher Arbeit von der Stadt und von der Nachbarschaft restauriert. Die Gehäusekörper mussten repariert, Ersatzteile geschlossert und die beiden Pumpenschwengel eigenhändig geschmiedet werden.

Am 9.7.82 wurden die renovierten Pumpen im Rahmen eines Straßenfestes eingeweiht, über das damals alle regionalen Zeitungen berichteten. Neben Gegrilltem und Kölsch gab es eigens zu diesem Pumpenfest, in Erinnerung an die Herkunft des Straßennamens „Auf dem Wingert“, Wein der Sorte „Mondorfer Kieredröpche“. Auch Fußballprofi Stephan Engels war anwesend und gab Autogramme.
   

Kieredroepche    Autogrammkarte


Bereits ein halbes Jahr später begann man in der Pumpengemeinschaft über eine Erweiterung nachzudenken. Die beiden Pumpen sollten einen Auslaufarm erhalten, aus dem Wasser in einen Eimer und schließlich in ein Auffangbecken läuft. Wieder wandte man sich an die Stadt Niederkassel. Man bot an die anfallenden Arbeiten und die Pflege des Brunnens zu übernehmen, wenn die Stadt ihrerseits den Stromanschluss zur Verfügung stellen würde. Man wurde sich einig und im Februar 1983 ging es los. Erst wurde der Stützrahmen für den Brunnen zusammengeschweißt und am 7.2.83 wurde die Brunnenform  ausgegossen.  Am 12.3.83 konnte das Auffangbecken aufgestellt werden. Es wurde ein neuer Auslaufarm mit einem daran hängenden Eimer angefertigt und am 28.3.83 an der linken Pumpe über dem Auffangbecken montiert. Am 22.4.83 wurde an der rechten Pumpenseite eine Fahnenstange aufgestellt. Am 11.5.83 wurde der Stromanschluss für die Elektropumpe fertiggestellt und um 11:25 Uhr floss das erste Brunnenwasser in das Auffangbecken.

Seitdem ist es Brauch „op de Kier“ die Fahne zu hissen, wenn in der Nachbarschaft ein Fest begangen wird. Zum Beispiel bei einem Geburtstag, einer Hochzeit oder einer Taufe zahlt der Betroffene 5 Euro in die Pumpenkasse. Dieses sogenannte Fahnengeld wird zur Verschönerung, Reinhaltung und Bepflanzung der Pumpenecke verwendet. Vom Überschuss wird im Abstand von etwa 2 Jahren ein Brunnenfest veranstaltet bei dem es dann heißt:

Su lang op de Kier noch die zwei Pompe stonn,
kann us Nobeschaft net onge jonn.

 

Ein herzlicher Dank geht an den Fahnenmeister der Pumpengemeinschaft, Herrn Peter Bernard, der uns freundlicherweise mit Bildern und Dokumenten zur Pumpenrestaurierung unterstützt hat.


Weihnachtliches Mondorf 2011

 

Stephan Vehreschild und Jürgen Könnecke

Pünktlich zum ersten Adventswochenende am 26. und 27. November wurde es auch etwas kälter im Rheinland, sodass man sich vorzüglich auf dem Weihnachtsmarkt in Mondorf auf das Weihnachtsfest einstimmen konnte. Am Samstag um 14:00 Uhr eröffneten der Mondorfer Bürgermeister Herr Stephan Vehreschild und Herr Jürgen Könnecke vom Ortsring Mondorf e.V. gemeinsam den Weihnachtsmarkt mit einer Ansprache. Unterstützt wurden Sie dabei von vielen Helfern, dem Nikolaus und den Kindern des katholischen Kindergartens St. Laurentius. Sie bedankten sich für die tatkräftige Unterstützung der Helfer und Sponsoren und lobten den Einsatz und den liebevoll errichteten Markt auf dem Adenauerplatz.

 

Der Nikolaus verteilt Weckmänner

 

Anschließend sangen die Kindergartenkinder einige Weihnachtslieder um die Besucher auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Diese schönen Ständchen auf den „Tannenbaum“ und die „Weihnachtsbäckerei“ berührten auch den Nikolaus, der daraufhin an alle anwesenden Kinder Weckmänner verteilte. Zeitgleich wurde der Dorfweihnachtsbaum mit von den Kindern selbst gebastelten Paketen, Glocken und Lebkuchen geschmückt.

 

Der Weihnachtsmarkt aus der Luft

 

Nun war für die Besucher genügend Zeit um durch die Gassen des Marktes zu schlendern, Dekoration und Geschenke für den Gabentisch zu kaufen, einen Glühwein zu trinken, eine heiße Waffel zu essen und Freunde und Bekannte zu treffen. Im Verlauf des Markttreibens gab dann noch der Mondorfer Männergesangsverein ein Konzert mit einem großen Repertoire an Weihnachtsliedern.

 

Oh, Tannenbaum

Am Sonntag startete um 11:30 Uhr dann zum 17. mal der Mondorfer Weihnachtslauf mit einem Teilnehmerrekord. Ausgerichtet wurde der Lauf vom Turn- und Sportverein (TuS) Mondorf. In den Klassen "10 km REWE Volkslauf", "5 km Jedermannlauf", "Schülerlauf", "8,5 km Nordic Walking", "8,5 km Walking" und "200m Bambinilauf" starteten über 1300 Teilnehmer von Groß bis Klein. Start und Ziel lagen am Adenauerplatz, direkt am Weihnachtsmarkt, während die Strecken, je nach Klasse, kreuz und Quer durch Mondorf verliefen. Sogar die Fähre transportierte an diesem Tag keine PKWs, um die Läufer an der Rheinpromenade nicht zu gefährden. Gegen 14:30 Uhr hatten alle Sportler das Ziel unter dem Jubel der Zuschauer am Weihnachtsmarkt erreicht.

Der Markt klingt aus

Der Sonntag klang dann auf dem Weihnachtsmarkt in Vorfreude auf das Fest stimmungsvoll aus. Vergessen Sie also nicht den Termin des ersten Adventswochenendes für das neue Jahr schon einmal vorzumerken.

 

 

Ein herzlicher Dank geht an Sebastian Wessel, der uns freundlicherweise die von Ihm aufgenommenen Bilder zur Verfügung stellte.


Die Mondorf³-Tour:

Von Mondorf über Mondorf nach Mondorf – und zurück

Wer im Internet nach Mondorf sucht, der stößt möglicherweise auf ein anderes Mondorf, als das Mondorf am Rhein, aus dem die Kallboys kommen. Zum Einen wäre da Mondorf-les-Bains in Luxemburg, zum Anderen ein kleiner Ortsteil von Merzig an der Saar, der sich Mondorf nennt. Irgendwann beim Kegeln reifte die Idee, sich diese beiden anderen Mondorfs einmal anzuschauen.

An einem Samstagmorgen im August 2011 ging es los. Ein Team bestehend aus den Kallboys Kall-Heinz, Kall-Holle und Kall-Tobb startete gegen 11 Uhr und verließ Mondorf per Fähre Richtung Westen.

 

Auf die Fähre

 

Wegen des Dauerstaus aufgrund der Baustelle auf der A565 wurde Bonn großzügig westlich umfahren. Dann ging es weiter auf der A565, übers Kreuz Meckenheim auf die B257 und dann gemütlich durch das Ahrtal. Hinter dem Nürburgring wurde erst mal Rast gemacht.

Freunden schneller Autos kann man eine Rast an der B257 nur empfehlen. Wir saßen in einem Restaurant in Müllendorf, direkt an der Straße, und während wir aßen sahen wir einige interessante Autos, von diversen Porsches, über einen Vorkriegs-Bentley, eine AC Cobra und sogar ein Rolls-Royce Corniche Cabriolet.

Nach einer Stärkung ging es weiter durch die Eifel. Dabei benutzten wir hauptsächlich Nebenstrecken. Am Nachmittag erreichten wir Trier und fuhren dann die Saar hinauf bis Merzig und schließlich in den Ortsteil Mondorf.

Mondorf im Saarland hat ca. 300 Einwohner und empfing uns bei strömendem Regen, so dass der Ort ein wenig ausgestorben wirkte. Unser tapferer Kameramann verließ dennoch das Auto, um ein wenig zu filmen. Mondorf (Merzig) hat eine schöne Kirche, die der von Mondorf (Niederkassel) ein wenig ähnlich sieht. Außerdem gibt es einen Sportplatz und ein paar Gaststätten, die allerdings ungünstigerweise alle geschlossen hatten. Ansonsten liegt dieses Mondorf eingebettet in eine Landschaft aus grünen Hügeln.

Mondorf Merzig

 

Nachdem wir unser erstes Mondorf verlassen hatten, fuhren wir wieder die Saar entlang, zurück nach Trier und dann weiter nach Schweich an der Mosel, wo wir uns in einem kleinen Hotel mit feiner Gastronomie einquartiert haben.

Am darauf folgenden Sonntagmorgen fuhren wir nach einem guten Frühstück erstmal über die Mosel ins auf der anderen Seite gelegene Longuich um dort Wein zu kaufen. Anschließend ging es dann über die Autobahn zur luxemburgischen Grenze und rein nach Wasserbillig. Entlang der Hauptstraße, an die sich eine Tankstelle nach der anderen reiht, ging es über die luxemburgische N10 nach Mondorf-les-Bains.

 

Heckflosse in Weinbergen


Das nächste Mondorf hat gleich drei Namen: der französische Name Mondorf-les-Bains heißt übersetzt ins Deutsche Bad Mondorf und im Luxemburgischen Munneref. Außerdem ist der Ort genaugenommen zweigeteilt, denn die Grenze zu Frankreich teilt den Ort in einen (größeren) luxemburgischen Teil und einen (kleineren) französischen Teil. Zur Unterscheidung hat der französische Teil ein "f" mehr im Namen und schreibt sich "Mondorff". Bei unserem Besuch blieben wir aber hauptsächlich in Bad Mondorf auf der luxemburgischen Seite.

 

Mondorf-les-Bains  Thermal Park


Den Zusatz "Bad" hat sich das luxemburgische Mondorf verdient. Weitläufige Parkanlagen mit Kurhaus und Schwimmbad laden zum Verweilen ein. Die Architektur des Ortes hat schon einen deutlichen französischen Touch. Auch Bad Mondorf hat eine Kirche, die wir natürlich besuchten.

 

St. Michael in Mondorf-les-Bains

 

Auch wenn die Kirche von außen schlicht wirkt, so ist sie doch im Innern sehr prunkvoll eingerichtet, mit einer aufwendig gestalteten Orgel, Fresken in der Decke über dem Altar und wunderschön farbigen und detailgenauen Fenstern. Wer in Bad Mondorf verweilt, dem sei der Besuch der Kirche empfohlen.

Ansonsten sei noch zu erwähnen, dass just an diesem Sonntag die Feuerwehr von Bad Mondorf ein Fest veranstaltete. Es gab Gegrilltes, man konnte sich das Spritzenhaus ansehen und die Fahrzeuge waren ausgestellt. Wir sahen ein TLF 3000 auf Basis Mercedes 1017, einen Renault Leiterwagen, einen Ford Transit Mannschaftswagen und ein TLF 2000. Einer der Feuerwehrmänner war sogar so nett uns ein Fahrzeug aufzuschließen und die Ausstattung zu zeigen.

Am Nachmittag verließen wir Bad Mondorf und nach einer kurzen Stippvisite am Europa-Museum in Schengen fuhren wir zurück in "unser" Mondorf am Rhein.

 

Mondorf am Rhein


Zum Schluß bleibt nur noch eine Frage zu klären: Wie spricht man denn den Namen der anderen Mondorfs aus? Das von uns gar nicht so weit entfernte Monheim am Rhein spricht sich ja mit Langem "O", also quasi "Mohnheim". Mondorf am Rhein wird aber immer wie "Monndorf" ausgesprochen. Wir wollten auf der Reise auch herausfinden, wie die anderen Mondorfs ausgesprochen werden, und ob eventuell ein "Mohndorf" dabei ist. Machen wir's kurz: auch die Einwohner von Mondorf-les-Bains und von Merzig-Mondorf sprechen ihren Ort mit kurzem "O" aus – eben wie "Monndorf".

Den Film zu dieser Reise kann man sich übrigens in unserer Videothek anschauen. Viel Spaß dabei.


Wie ein Mondorfer Bastelbogen entsteht

 

Die Kallboys bringen Mondorf auf Pappe. Auf der Hompage www.kallboys.de können sich alle Mondorf-Fans Bastelbögen von Bauwerken, Fahrzeugen und Unikaten aus Mondorf und Umgebung kostenlos herunterladen.

Aber wie entsteht ein Bastelbogen?
Zunächst wird ein Vorbild ausgewählt und soviel wie möglich über das Objekt in Erfahrung gebracht. Dann wird geklärt, ob das Modell überhaupt angefertigt werden darf. Es werden Erlaubnisse vom Besitzer oder einer Firma, die Markenrechte am Objekt besitzt, eingeholt. Idealerweise können Pläne organisiert werden. Wenn dies nicht geht, erfolgt ein vor Ort Termin bei das Objekt vermessen wird und der Plan selbst angefertigt wird. Weiterhin werden Fotos von allen Seiten, sowie Detailfotos gemacht.

Mit diesem Material geht es dann an den Computer. Mit der Software Google Sketchup wird ein Dreidimensionales Abbild aus den Plänen gezeichnet. Hier werden bereits erste Farbflächen gefüllt.

 

Sketchup

 

Das fertige Modell wird dann in das Programm Pepakura importiert und in ein Zweidimensionalse Abbild zerlegt. Nach dem Sortieren und zurechtlegen der Einzelteile des Bastelbogens liegen die einzelnen Seiten als Bilddateien vor.

 

Pepakura

 

Diese erhalten dann den letzten Schliff durch Details und Schattierungen mithilfe eines Grafikprogramms. Nach dem Ausdrucken erfolgt ein Kontrollzusammenbau. Dieser dient dazu zu testen ob das Modell „baubar“ ist und sich keine Konstruktiven Fehler eingeschlichen haben. Das fertige Prototypmodel dient außerdem als Beispiel für die Bilder in der Anleitung. Diese wird ganz am Ende verfasst und zusammen mit den Einzelseiten des Bogens in eine PDF Datei zusammengefasst.


Das Geheimnis des Hungersteins

 

"Kein Wunder, dass der Rhabarber so schlecht ist, dat dat un dat nit jeklapp hätt oder wenig Fische gefangen wurden. Der Hungerstein ist ja auch zu sehen". Schon immer wurde der Hungerstein herangezogen, wenn die Zeiten in Mondorf schwer waren.
Hungersteine finden sich vielerorts an Flüssen. Es sind große Findlinge im Flussbett oder in Ufernähe, die bei normalem Wasserstand unter der Wasseroberfläche liegen. Nur bei Niedrigwasser sind sie sichtbar. Meist gehen damit Perioden der Trockenheit einher, sodass die Ernten und Fischfangerträge entsprechend schlecht ausfielen. Aber auch in Zeiten, als besonders harte Winter häufiger waren, stand der Rhein durch Eisgang und wenig nachfließendes Wasser niedrig und entließ den Hungerstein aus den Fluten. Hungersnöte, Einstellung der Schifffahrt, Kältewellen und Trockenheit brauchten einen Sündenbock - den Hungerstein.

 

Mondorfer Hungerstein

Diese Aufnahme entstand etwa 1973/74

 

Die Geschichten, die im Zusammenhang mit dem Hungerstein in Mondorf erzählt werden, variieren. Manchmal sind es die Fischer, die bei einer Hungersteinsichtung wussten, dass sie einen schlechten Fang machen würden. In einer anderen Version wird von schlechten Heuernten auf der Schanz (der Landzunge zwischen Sieg und Rhein) berichtet. Aber auch die schweren Nachkriegsjahre (1946/47) schiebt man dem Hungerstein zu, denn in diesen Jahren herrschte auch Niedrigwasser.

 

Datierungen des Hungersteins

Der Stein wird bemeißelt

 

Diese Hassliebe führte dazu, dass Mondorfer Bürger die Jahreszahlen auf dem Stein notierten, wenn er sichtbar war. Manchmal wurde der etwa einen Meter im Durchmesser große Findling bemalt, manchmal wurden die Jahreszahlen eingeritzt oder gar gemeißelt.

Der Hungerstein lag im Oberstrom der heutigen Lux-Werft in Höhe der Querstraße zum Rhein ("Hummerich") etwa bei Rheinkilometer 660,6 und 660,7 unweit des Lokals Rheingold (ehemals "Zum Anker").

 

Ungefährer Ort

Das "x" markiert die Stelle.

 

Doch wo ist der Mondorfer Hungerstein heute?
War diese Untiefe eine Gefahr für die Schifffahrt und wurde deswegen entfernt? Das Wasserschiffahrtsamt jedoch, so versicherte man uns, hat ihn nicht weggeräumt. Auch Umfangreiches nachforschen bei Mondorfern  die den Stein noch mit eigenen Augen gesehen haben, brachte den verbleib des Steines nicht ans Licht. Spekulationen wo er den sein könnte, hatte natürlich jeder zur Hand, jedoch blieben diese ebenso geheimnisvoll und mysteriös.
Damit wird das Ende der Geschichte zum Mondorfer Hungerstein wahrscheinlich für immer ein Rätsel bleiben...

Ein herzlicher Dank für Informationen zu diesem Thema gilt Ernst Grosch, Herrn Roland Klinger und vielen ungenannten Mondorfern. Herr Klinger stellte uns freundlicher weise die beiden alten Fotos aus seiner umfangreichen Mondorf-Bildersammlung zur Verfügung.

Der Untergang der Florentine

 

Im Mondorfer Hafen liegt das Bootshaus Florentine. Sie dient dem Yacht Club Pirat Niederkassel (YCPN) schon viele Jahre als Bootshaus. Das Bootshaus kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, denn ursprünglich lag sie im Honnefer Hafen bei der Insel Grafenwerth. Sie war dort als "WSP Posten" eingesetzt. Auch zu diesem Zeitpunkt trug das Boot schon den Namen Florentine. Die Florentine diente als nur in den Sommermonaten betriebenes Büro der Wasserschutzpolizei Bonn. Zum Posten gehörte ein kleines offenes Motorboot, mit dem der Beamte vor Ort die südlichen Häfen des Amtsbereiches der WSP Bonn beaufsichtigen konnte. Die Florentine war auch bei den Polizeibeamten des Landes NRW beliebt, denn auf Behördenantrag konnte dort Urlaub gemacht werden. Als Ausstattung waren das Büro, zwei Zimmer sowie eine Wasch,- und Duschgelegenheit vorhanden. Gegen Ende 1986 Anfang 1987 wurde die Florentine an den YCPN verkauft, der es für seine Belange umbaute.

 

Der Untergang der Florentine

 

So tat die Florentine Ihren Dienst bis am 26. September 1987 die Frischwasserleitung undicht wurde und Wasser in den Bootsrumpf lief. Da nicht ständig jemand anwesend ist, ist der Schaden erst bemerkt worden als das Bootshaus auf Grund lag. Die Mondorfer Feuerwehr legte Ölsperren aus  um ausgelaufenes Öl einzugrenzen, zu binden und anschließend zu entsorgen. Nach fast zwei Wochen konnte das Booshaus mit mehreren Pumpen ausgepumpt und gehoben werden.

 

Boosthaus Florentine Heute

 

Das zweite Bild zeigt das Boothaus im April 2011. Noch heute hat man Bedenken, das so was noch mal passieren könnte. Wenn Gäste am Steg festmachen werden sie auf folgendes hingewiesen:"Wenn Sie die "Örtlichkeiten" im Bootshaus aufsuchen, sollten Sie die Wasserversorgung mit dem Schalter außen aktivieren!"

Ein herzlicher Dank für Informationen zu diesem Thema gilt Herrn Rolf Gilles und Herrn Martin Blanck. Foto 1987: Eyke Moskopp

Fährgeschichten

 

Die folgenden Geschichten ereigneten sich, als es die L269 und die Bonner Nordbrücke über den Rhein noch nicht gab. Der Landweg nach Bonn war nur über Troisdorf - Meindorf - Geislar - Beuel - Kennedybrücke möglich. Diesen (Um-)Weg nahm man nur ungern in Kauf und so war das Verkehrsaufkommen an der Mondorfer Fähre sehr groß. So groß, dass der Fährverkehr zur Berufsverkehrzeit zwischen Mondorf und Graurheindorf nur mit zwei Fähren bewerkstelligt werden konnte. Die Fähren "Mondorf  I"und "Mondorf II" gehörten für viele „Rhabarberbalkanbewohner“ zum täglichen Arbeitsweg, wenn sie nach Bonn mussten (Siehe Bilder - Aufgenommen 1969). Durch den Bau der Landstraße über die Sieg und den Bau der Friedrich-Ebert-Brücke Mitte der siebziger Jahre, verlor die Fähre nach und nach ihre Monopolstellung für einen schnellen Weg nach Bonn. Die beiden Fähren sind heute übrigens immer noch in Mondorf. "Mondorf I" dient heute als Bootshaus der Niederkasseler Rudergesellschaft und "Mondorf II" setzt, nach einem kurzen Intermezzo in Bonn Bad-Godesberg, noch heute jeden Tag in Mondorf über. Erlebt und niedergeschrieben haben diese Geschichten Eyke und Barbara Moskopp. Sie erzählen davon, dass früher alles etwas entspannter war und vom Einfallsreichtum der Fährleute.

 

Fähre Mondorf II

 

Fährgeschichten

(Text und Bilder Eyke Moskopp)

Meine Frau Bärbel und ich wohnten damals in Bergheim (Sieg). Die allmorgendliche Fahrt zur Arbeit ging über die Mondorfer Fähre, denn es gab keinen schnelleren Weg nach Bonn. Eines morgens, die Fähre hatte gerade abgelegt, wollte eine ältere Frau ihre Fährkarte mit einem 50 DM Schein bezahlen. Ein plötzlicher Windstoß riss ihr den Schein aus der Hand und er landete flatternd im Rhein. Kein Problem für die Mondorfer Fährleute. Der Kurs wurde nach Zuruf an die Brücke geändert und die die Verfolgung des Fünfzigers wurde aufgenommen. Querab der Schiffwerft Lux hatte man den Geldschein endlich eingeholt. Mit einem Schöpfeimer fischte man nach dem Schein und konnte ihn nach einigen Versuchen „retten“. Nun musste die Fähre aber wieder ein ganzes Stück stromaufwärts und auch noch an das gegenüberliegende Ufer fahren. Das dauerte aufgrund der Strömung seine Zeit, denn für die Fahrt gegen die Strömung sind Fähren nicht gebaut. Nach einer guten einer halben Stunde hatten wir die Anlegestelle erreicht. Mit einem mulmigen Gefühl verließ ich die Fähre, denn ich hatte einen wichtigen Termin bei einem Kunden – und das auch noch zusammen mit meinem Chef. Als ich viel zu spät dort ankam, versuchte ich meine Verspätung zu erklären. Also: „Eine Frau; 50 DM; ins Wasser; Fähre nach gefahren...“ Da unterbrach mich mein Chef. „Moskopp“ sagte er erregt, „Denk' Dir was anders aus, die Geschichte glaubt Dir kein Mensch“.

 

Mondorf I

 

Ein anders Mal standen Bärbel und ich gemeinsam in der Schlange und warteten auf die nächste Fähre. Jeder in seinem eigenen Wagen. Bärbel hatte einen Fiat 500 und ich einen VW1300. Da morgens immer reger Betrieb auf der Fähre war, versuchten die Fährleute die Stellfläche voll auszunutzen. Auf der vorderen Rampe konnten 3 kleine Autos stehen. Nach dem Anlegen ging ein Fährmann, den wir beide immer „Ziggar“ nannten, weil er nie ohne Zigarre anzutreffen war, an Land und winkte paffend 3 kleine Autos aus der Schlange. Das waren üblicherweise Fiat 500, Mini Cooper, Goggomobil u.s.w.. Er dirigierte sie auf die vordere Rampe. Bärbel war auch dabei. Erst dann durften die größeren Autos auf die Plattform. Wir hatten das andere Ufer fast erreicht, als ein Hydraulik Schlauch platzte und die Rampe sich einen halben Meter absenkte. Großes entsetzen machte sich breit. Aber die Fährleute hatten das schnell im Griff, der zweite Hydraulikschlauch hielt und alle kamen, wie immer, wohlbehalten am Graurheindorfer Ufer an.

Ein Andermal hatte die Fähre zwei 40 Tonner, die mit Kies beladen waren, an Bord. Vorsichtshalber schaute der Steuermann mit dem Fernglas den Rhein ab, ob die Wasserpolizei in der Nähe war. Als Nichts zu sehen war, gab er Gas – Aber in der Nähe der Siegmündung liefen wir dann auf Grund. Wieder war alles kein Problem und die Fährleute blieben gelassen! Kurzum wurde die zweite Fähre herbeigerufen, die uns von der Untiefe frei schleppte.

 

In der Warteschlange

 

Eines Abends stand ich abends gegen halb Elf auf der Zufahrt der Fähre in Graurheindorf. Mehrere Autos warteten auf die letzte Fähre für diesen Tag. Es war still, denn alle hatten Ihre Motoren abgestellt. Die Stille wurde plötzlich von immer lauter werdendem Motorengeräusch jäh durchbrochen. Ein Auto raste mit hoher Geschwindigkeit über den Milchgasserweg heran. „Nun ja“ dachte ich mir „Der will die Fähre noch kriegen". Der Wagen schoss um die Ecke des Fähranlegers, fuhr Schnurstracks an der Schlange vorbei und landete mit großem Wasserspritzen fast ungebremst im Wasser. Der Motor war sofort aus und es war wieder still. Die Tür ging auf, eine Person sprang heraus und „Patsch, Patsch, Patsch“ hüpfte sie leichtfüßig an Land. Dann verschwand sie in der Dunkelheit. Das Auto versank langsam und gurgelnd. Weitere Insassen konnte man nicht ausmachen. Alle Wartenden stiegen aus und schauten sich ratlos an. Dann kam die Fähre und wir winkten und schrien lauthals: „Achtung! Halt! Da ist ein Auto im Wasser“. Die Fährleute reagierten nicht und winkten ungläubig ab. Mit einem lautem Knarzen, schrammte die Fähre über das Autodach. Nach mehren Tagen hatte die Feuerwehr das Auto 500 Meter stromabwärts gefunden. Ob der Fahrer jemals gefunden wurde, weiß ich leider nicht.

An die Zeit, in der wir die Fähre täglich benutzten, erinnern wir uns gerne zurück. Eine Fahrt blieb uns dabei ganz besonders in Erinnerung. Als wir am 20.10.1969 geheiratet hatten, fuhren wir von der Feier nach Hause, denn wir wollten am nächsten Morgen schon früh zu unserer Hochzeitsreise aufbrechen. In Brautkleid und Anzug fuhren wir auf die Fähre. Als „Ziggar“ an unser Auto trat und ich gerade bezahlen wollte, paffte Er kurz an seiner Zigarre und fragte: „Seidder verhierot?“. Ich bejahte das. Er grinste daraufhin und meinte „Dann bruchter hück nix zo bezohle. Veel Jlück“.


Mondorfer Weihnachtsmarkt 2010

 

Auch dieses Jahr fand am ersten Adventswochenende auf dem Adenauer Platz in Mondorf wieder der alljährliche Weihnachtsmarkt statt. Bei -2C° konnte man sich an so manchem Stand mit Glühwein oder Punsch aufwärmen. Viele Mondorfer Vereine boten Gaumenfreuden oder Weihnachtliche Artikel an. Die Aktion für Eluru backte frische Waffeln um mit dem Erlös ein Leprazentrum und das Waisenhaus im indischen Eluru zu unterstützen. Der Förderverein Integriertes Wohnen Niederkassel bot Glühwein, Waffeln, Marmelade und Dekoartikel an. Ebenso konnte man sich am Stand des kath. Kindergartens St.Laurentius mit Glühwein und Kaffee versorgen.

Es Weihnachtet sehr

Aber nicht nur Süße Speisen waren zu bekommen. So wartet der 1975 gegründete Angel Sport Verein (ASV e.V) mit geräucherten Aalen und Forellen auf. Wer es weiter herzhaft mochte, der bekam bei der Mondorfer Karnevalsgesellschaft zu seinem Glühwein leckere Reibekuchen. Natürlich wurde auch an die Kinder gedacht und ein Karussell aufgebaut, dass zu weihnachtlicher Musik, die über dem ganzen Adenauerplatz lag, seine Runden drehte.

Weihnachtsmarkt 2010

Weiterhin konnte man sich am Stand des Jugend Fußballclubs Mondorf RheitJFC09 über den Verein informieren und die passenden Fanartikel erwerben. An vielen weiteren Ständen konnten Krippenfiguren, Weihnachtliche Dekorationen, Kerzen, Bücher, Automodelle und vieles mehr erworben werden, was zum guten gelingen eines schönen Weihnachtsfestes nötig ist. So klang am Abend des 28.11. Der Weihachsmarkt in Mondorf unter den etwa 10 Meter großen, beleuchteten und geschmückten Dorfweihnachtsbaum aus und man sollte sich einen Besuch für 2011 schonmal auf dem Wunschzettel notieren.


Die Flasche

 

Bierflasche aus MondorfIm Sommer 2010 wurden bei Bauarbeiten in Bonn einige Flaschen verschiedener Brauereien in der Erde gefunden. Wie diese Flaschen dort hin kamen wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben. Eine dieser Flaschen erweckte jedoch die Aufmerksamkeit des KC Kallboys. Diese 29cm hohe, 6,5 cm breite und 1/2 Liter fassende Flasche stammt nämlich aus Mondorf. Sie ist aus grünem Glas und verfügt über zwei Löcher für einen Schnappverschluss am Hals, wie man ihn von norddeutschen Pils Bieren oder Starkbieren kennt. In erhabenen Lettern ist die Herkunft zu lesen: "J. Martin Schlimgen Bayr.- Brauerei Mondorf".

Das

Somit dürfte diese Flasche gute 100 Jahre alt sein, denn in der Brauerei an der Provinzialstraße wurde von 1865 bis 1917 Bier gebraut. Die Brauerei war recht groß und stand gegenüber der noch heute existierenden Gaststätte Schlimgen. Heute stehen an dieser Stelle Wohnhäuser, doch im Biergarten der Gaststätte kann man im Sommer immer noch ein kühles Bier genießen - zwar kein Mondorfer Bier, aber mit Freunden zusammen schmeckt es trotzdem.

 


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